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Meine Matte rutscht oder rutscht nicht ! Die richtige Matte finden.

Meine Matte rutscht oder rutscht nicht:

Eine gute Übung, um sich eine Matte auszusuchen, ist Adho Mukha Svanasana – der nach unten schauende Hund!
Ist die Matte zu rutschig, kann man den Fingern beim Gleiten förmlich zugucken.

Dabei sollte die eigene Matte einen schon motivieren können, Yoga zu machen und die Kräfte für eine korrekte Ausführung nicht unnötig verbrauchen.
 
 
Kautschukmatte:

Wer den natürlichen Gummigeruch einer Kautschukmatte nicht mag, für den ist diese Matte eventuell nichts! Der Geruch wird mit der Zeit deutlich milder, verschwindet aber nicht unbedingt komplett. Mit einer guten Pflege kann man den Geruch aber eindämmen.

Die Rutschfestigkeit einer natürlichen Kautschukmatte ist nicht zu schlagen, doch auch hier gibt es Unterschiede:

Die Yogamatte Manduka eKO Lite™ 4mm ist eine Matte mit hoher Rutschfestigkeit und einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis. Die Matte wird in Asien produziert und hat eine mittlere Lebensdauer.
Die Manduka hat eine geschlossene Struktur und ist damit sehr gut zu pflegen.
Die Matte liegt satt auf dem Boden und hat gute Dämpfungseigenschaften.
Bei sehr feuchten Händen und Füßen oder bei "Hot-Yoga" kommt diese Matte aber irgendwann an ihre Grenzen.

Die Yogamatte Jade Yoga Harmony Professional ist DIE Matte für schweißtreibendes Arbeiten, durch die offene Struktur bleibt die Matte rutschfest, zieht aber dafür gerne Krümel und Wollmäuse an.
Die Jade Matte wird in den USA produziert und hat ebenfalls eine mittlere Lebensdauer.
Mit dem etwas höheren Preis werden aber gleichzeitig viele humane Projekte und Aufforstung unterstützt.
Die Matte ist mit 5 mm angegeben, lässt sich aber mit der 4 mm von Manduka vergleichen und bietet ebenfalls eine gute Dämpfung.
 
Es ist ratsam bei Kautschuk, ein Handtuch für den Kopf zu verwenden, denn Haare bleiben gerne mal an der Matte hängen… Brücke (Sethu Bhandasana)!

Kautschukmatten sollten möglichst im Dunklen gelagert werden, die Oberfläche trocknet sonst aus und die Matte geht frühzeitig kaputt.
  


PVC Matte:

Die PVC Matten aus unserem Sortiment, Manduka oder Kurma, werden in Deutschland produziert und nach dem
Textil-Standard Ökotex100 zertifiziert.

PVC Matten findet man aufgrund der Unempfindlichkeit und der hohen Lebensdauer sehr oft in Studios. 
Die Oberfläche ist rutschfest, kommt aber bei schweißtreibenden Übungen auch an ihre Grenzen… die Ergänzung mit einer Mikrofaserauflage kann hilfreich sein.

Eine klassische Studiomatte ist die Matte Kurma Black Mat Comfort mit einer Dicke von 6,5 mm und einem stabilen Kern. Durch die Dicke besitzt die Matte sehr gute Dämpfungseigenschaften, ist aber zu schwer zum Mitnehmen.

Die Yogamatte Kurma Sadhana Lite ist die leichte Version der Comfort und lässt sich mit 1,8 kg noch gut transportieren.

Generell müssen die Matten aus PVC eingearbeitet werden, damit die Oberfläche stumpfer wird.
Also nicht enttäuscht sein, wenn die Matte direkt vom Geschäft mit ins Studio geht und keine gute Performance abliefert. Häufiger Gebrauch und Reinigung machen die Oberfläche besser. Ein Tag am Meer im Sand kann auch nicht schaden.
 


Hybridmatte mit Mikrofaser:

Es gibt zudem Matten mit Kautschuk und Mikrofaser, die so genannte Kombimatte. Leider funktioniert diese Matte eigentlich nur beim Hot-Yoga. Die Mikrofaserschicht wird erst in Verbindung mit Wasser oder Schweiß rutschfest.
Ohne Feuchtigkeit ist die Matte rutschiger als der Fußboden. Manche denken, „super" und haben die Matte mit der Kautschukseite nach oben gelegt. Es ist dann ein Gefühl von „surfen“, dann nämlich gleitet die Matte auf dem Boden weiter.

Unsere Empfehlung außerhalb vom Hot-Yoga: Statt also einen Eimer voll Wasser, lieber eine Mattenauflage aus Mikrofaser mitnehmen!
 

Hier geht es zur Mattenübersicht

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Iyengar Yoga und Ayurveda: DIE Kombi für mehr Lebensqualität

 

“Mit Yoga und der Weisheit des Ayurveda halten wir unseren Körper, das Zuhause unserer Seele, gesund”. Als enge Vertraute und Schülerin begleitete Rita Keller viele Jahre den indischen Yogameister B.K.S. Iyengar (1918 – 2014). Heute ist sie eine von Deutschlands führenden Iyengar Yogalehrerinnen. Mit Annette Coumont und Melanie Lotz spricht sie darüber, wie die Lehren des Yoga und des Ayurveda sich auf unserem Weg zu mehr Gesundheit, Entspannung und Wohlbefinden gegenseitig ergänzen.

 

Evidero: Woher kommt Iyengar Yoga und was ist das genau?

 

In den 1930er und 1940er Jahren begann Iyengar sich darüber zu wundern, dass nicht mehr Menschen Yoga übten. Er sah sich die alten Schriften an und bemerkte, dass die Abbildungen abstrus waren: Ein Bein kürzer, eins länger, man sah keine richtige Ausrichtung der Asanas, man sah nicht, wohin sich die Energie bewegen sollte. Er untersuchte die Zeichnungen, zog Linien auf den abgebildeten Körpern und das stellte ihn nicht zufrieden.

Er begann daraufhin, sich selbst zu zeichnen, aus dem eigenen Körpergefühl heraus wie Asanas sein müssten und wie Pranayama sein müsste und fing an, Linien aufzuzeichnen, energetische Linien. Iyengar entwickelte also die Ausrichtung. Das Alignment, das wir heute in vielen Yogarichtungen wieder finden, gibt es erst seit Iyengar.

“Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben. Doch wir können den Tagen mehr Lebensqualität geben”


Expertin: Rita Keller

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Rita Keller ist Iyengar-Yoga Lehrerin und ausgebildete Heilpraktikerin. Sie lernte von B.K.S. Iyengar persönlich und führt die Iyengar-Yoga-Akademie Rhein-Ahr gGmbH...

Es ging Iyengar bei der Ausrichtung nicht nur um schönes Aussehen. Das Alignment führt zu einem Fluss der Energie. Das war die Frage, die Iyengar beschäftigte: Wie bewegt sich Energie? Und Asana sollte auch nicht mehr nur die Vorbereitung zum Sitzen, zum Meditieren sein, sondern sie war für Iyengar in sich ein Objekt der Meditation.

Die Asana Praxis umfasste jetzt auch alle anderen Pfade des Yogaweges, des Ashtanga Marga wie er von Patanjali in dessen Yoga Sutras, beschrieben wurde: Von Yama und Niyamas bis zu Pratyahara, Dharana, Dhyana. So dass wir in der Neuzeit bei der Asana Praxis im Iyengar Yoga von der aktiven Meditation sprechen oder auch als die “Zen Richtung” aller Yogarichtungen.

Im Iyengar heißt es genauso wie im Zen: Die Haltung macht es.

Nahrung für einen ruhigen Geist: Freude, Mitgefühl, Gelassenheit
 

मैत्री करुणा मुदितोपेक्षाणांसुखदुःख पुण्यापुण्यविषयाणां भावनातः चित्तप्रसादनम्

Yogasutra 1.33 (Patañjali): maitrī karuṇā mudito-pekṣāṇāṁ-sukha-duḥkha puṇya-apuṇya-viṣayāṇāṁ bhāvanātaḥ citta-prasādanam

“Durch Verwirklichung von Güte, Mitgefühl, Freude und Gelassenheit gegenüber Lust und Schmerz, Tugend und Laster erlangt das Bewusstsein einen Zustand der Abgeklärtheit.” (Übersetzung von B.K.S. Iyengar aus dessen Monographie “Urquell des Yoga”)

Der Anfänger beginnt natürlich mit dem äußeren Leib, er nimmt sein Üben als physisch war. Je länger wir üben, desto mehr wird es zu einem inneren Prozess. Ich gehe von meinen Propriozeptoren mehr auf die Interozeptoren. Also ein Quantensprung letztendlich.

Das bedeutet auch, dass man am Anfang noch nicht so lange in einer Haltung steht. Doch die erfahreneren Schüler müssen länger drin stehen, um überhaupt in den Genuss der Energie zu kommen, die sich dann frei setzt. Dabei geht es nicht um “verharren” oder “ausharren”, sondern um vertiefen.

 

Evidero: Woher kommt eigentlich diese Vielzahl an Asanas? Bedeutet “Asana” nicht ursprünglich nur der “Sitz” oder die
“Haltung” der Meditation ?

 

Im Mittelalter sind in der Yoga Pradipika schon deutlich mehr Haltungen beschrieben als nur der “Sitz” zur Meditation. In den alten Schriften heißt es, es gibt so viele Asanas wie Spezies. Man geht von 84.000 Asanas aus und davon werden im Iyengar Yoga 280 gelehrt. Mit Spezies sind Menschen gemeint, aber auch Tiere und Pflanzen. Wir haben ja zum Beispiel die Krähe, den Kranich, die Schildkröte, den Baum…

Und die alten Rishis haben sehr genau beobachtet: Wie bewegt sich ein Frosch, beispielsweise. In der Imitation des Tieres sah man dann einen besonders energetischen Nutzen für den Menschen. Ziel ist, dass wir eine große Vielfalt energetischer Ausrichtungen einnehmen oder wie wir heute in der Faszienlehre sagen würden: Möglichst viel Lageveränderung, möglichst differenzierte Bewegung, um die Faszien in eine tiefere Ausdehnung und in einen tieferen Kontakt miteinander zu bringen.

Faszienyoga bedeutet auch eigentlich, dass wir über die Faszien verstehen, wie die Energie fließt. Mit Hilfe der Faszien ist es möglich, den feinstofflichen Körper darzustellen. So wie die Haut ein Sinnesorgan ist, so ist das Bindegewebe ein tieferliegendes Sinnesorgan, bei dem die Wahrnehmung nach innen getragen wird.

Aus diesem Grund hat Iyengar viele Ausrichtungshilfen entwickelt: Vom Klotz über den Gurt, das Bolster bis zur Sticky Mat – es gibt kein Prop, das nicht von Iyengar entwickelt wurde. Wenn ich meinen Körper und somit auch meinen Geist nicht richtig ausrichten kann, brauche ich eine Hilfe.

 

Evidero: Was haben Yoga und Ayurveda gemeinsam?

 

Der Ursprung liegt bei beiden in der Vedanta Philosophie und der Samkhya Philosophie. In der Taittiriya Upanishad, einem der zwölf Hauptwerke der Veden, taucht zum ersten Mal die Zahl 5 auf: Pancha Kosha, die fünf Hüllen, aus den fünf Elementen Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde gebildet.  Aus diesen fünf grobstofflichen Elementen entstehen die fünf feinstofflichen Elemente, fünf Handlungsorganne, fünf Sinnesorgane, der Verstand (Manas), das Ich-Bewusstsein (Ahamkara) und unser intuitives, übergeordnetes Erkenntnisvermögen (Buddhi).

Samkhya – das System, das diese 25 Komponenten beschreibt –  ist außerdem ein dualistisches System: Auf der einen Seite haben wir Purusha, das Bewusstsein, die Seele oder den Wesenskern und auf der anderen Seite Prakruti, unseren Körper. In dem Augeblick, da die Seele reinkarniert, bildet sie aus den fünf Elementen einen Körper aus, ausgehend vom Äther über Luft, Feuer, Wasser bis zur Erde. Entsprechend kommen alle anderen feinstofflichen Aspekte, alle Sinnesorgnae und alle Handlungsorgane ins Spiel…

„Mit zunehmendem Ich-Bewusstsein identifizieren wir uns mehr mit unserem Körper als mit unserem Wesenskern. Wir sollten ihn jedoch als Sitz unserer Seele begreifen lernen.“

Wenn wir im Iyengar Yoga ganz fein nuanciert die Hände und Füße einsetzen, dann weil wir nichts anderes außer unserer Handlungsorgane haben, um eine Penetration von außen nach innen darzustellen. Gut Geübte gehen gleichzeitig von außen nach innen und von innen nach außen und arbeiten auf allen Ebenen. Was wir zu Lebzeiten erfahren möchten ist das, was wir mit zunehmendem Ich-Bewusstsein verlieren und normalerweise erst im Tod wieder erfahren: Eine Verbindung, eine Union, eine Einheit, eine Realisation des eigenen Selbst zu Lebzeiten.

Im Yoga entwickeln wir die Anbindung an unseren Wesenskern über den Körper. Deshalb wird der Körper in alten Sprachen als Tempel verehrt, nicht nur weil er schön gehalten werden soll, sondern weil er die Seele beherbergt.

 

Bewusstheit als Schlüssel zum Glück: Leid lässt sich vermeiden

 

हेयं दुःखमनागतम्

Yoga Sutra 2.16 (Patañjali): heyaṁ duḥkham-anāgatam

“Zukünftigen Leiden kann und soll man vorbeugen” (Übersetzung von B.K.S. Iyengar aus dessen Monographie “Urquell des Yoga”)

 

Sowohl Yoga als auch Ayurveda unterstehen dem Prinzip der Prävention. Der Yoga selbst hat den Aspekt von einem klaren, kultivierten Geist und Bewusstsein. Patanjali zählt ganz viele Bewusstseinszustände auf, die uns daran hindern, unser Selbst zu realisieren.

Der Ayurveda kommt von der physischen und der physiologischen Seite und guckt von hier, dass der Körper in einen guten Zustand kommt, sodass der Geist darin zur Ruhe kommt. Er strebt einen Ausgleich der Elemente und Säfte im Körper an, um den Körper gesund zu erhalten. Wohlwissend, dass die Natur sich selbst ständig stört.

In dem Moment, da wir einen Körper bekommen, sind wir den Naturgesetzen unterworfen. Daher muss ich mich mit allem auseinander setzen, was so rundherum passiert. Ich bin Mensch und habe den reinen Zustand verlassen und komme wieder in meine Naturgesetze – und das ist das Spannende daran. Sowohl auf der körperlichen als später auch auf der geistigen Ebene.

 

Evidero: Was ist Ayurveda?

 

Ayur heißt Gesundheit und Veda ist die Wissenschaft. Manche bezeichnen Ayur als langes gesundes Leben, doch da würden wir widersprechen: Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber wir können den Tagen mehr Lebensqualität geben. Es geht nicht um ein langes Leben, sondern um eine lange Gesundheit und Bewusstheit: Prana soll bis zuletzt möglichst ungehindert fließen können. Auch in der Palliativmedizin streben wir danach, den Menschen über Rituale und Mantras bis zuletzt eine Bewusstheit über ihre Lebensenergie zu geben.

 

Evidero: Was kann Ayurveda unserer modernen Welt geben?

 

Ein Bewusstsein für den eigenen Körper und für die eigene Natur, das ist das Wesentliche. Dann auch ein Bewusstsein für Störungen und was gebe ich meinem Körper, um zurück zu Gesundheit und Harmonie zu kommen: Welche Bewegungen tun gut, wann braucht mein Körper Ruhe, was kann ich essen, welche Mantras unterstützen mein Wohlbefinden..?

“Menschen übernehmen heute mehr denn je die Verantwortung für ihr körperliches und seelisches Heil”

Es findet aktuell ein Paradigmenwechsel statt: Die Kirchen werden immer leerer, denn das Vertrauen in die Institution Kirche scheint zu schwinden. Ich glaube dabei nicht, dass der Göttlichkeit das Vertrauen entzogen wird, sondern der Institution. Die Menschen übernehmen mehr Verantwortung für sich selbst. Sie wollen sich keine Vorschriften machen lassen, sondern selbst erforschen und herausfinden, was ihnen gut tut. Und da können sowohl Yoga als auch Ayurveda den Menschen helfen, sich selbst besser kennen zu lernen und sich um sich selbst zu kümmern.

 

Evidero: Was sagen uns die indischen Philosophiesysteme Bhagavadgita und Patañjalis Yoga Sutras über die Gesunderhaltung unseres Körpers und was hat das mit Ayurveda zu tun?

 

Beide Systeme sind präventiv. Zukünftige Leiden können verhindert werden, das ist die Hauptaussage von Patanjali. Das bedeutet auch, dass wir uns bestimmter Bewusstseinszustände klar werden, wie Trägheit oder Nachlässigkeit, die Leiden fördern. Denn an erster Stelle steht Avidya, die Ignoranz, die Dummheit, dass ich Dinge nicht wahrnehmen will oder kann, wie sie sind, deshalb kommen wir nicht weiter.

Wenn wir zukünftige Leiden verhindern möchten, dann müssen wir uns bewusst werden, was Leiden hervorruft. Ich muss auch die Gunas verstehen, diese beinhalten meine geistige und körperliche Struktur, was ich esse, was ich fühle… Mit den Gunas müssen wir uns auseinandersetzen, denn solange wir leben, sind wir den Naturgesetzen unterworfen.

 

TRIGUNA: Die drei Qualitäten von Prakruti

 

Der Begriff Guna stammt aus der Samkhya Philosophie und bedeutet Qualität / Eigenschaft. Mit den drei Gunas, Triguna, werden die grundlegenden Eigenschaften von Prakruti, der Materie, beschrieben. Körper, Gedanken und Gefühle werden von diesen drei Qualitäten durchdrungen:

Tamas – Trägheit, Dunkelheit, Chaos
Rajas – Rastlosigkeit, Bewegung, Energie
Sattva – Klarheit, Güte, Harmonie

DOSHAS: Die ayurvedische Entsprechung der Triguna

Sushruta sagt in der Sushruta Samhita : Sattva, Rajas und Tamas sind universell und die drei Doshas sind ihre Entsprechungen im Ayurveda:

Vata –  Luft und Äther
Pitta – Feuer
Kapha – Wasser und Erde

 

Auch in der Bhagavadgita tauchen die Gunas auf: Krishna sagt zu dem Krieger Arjuna, dass er sich dem Leben stellen muss, das für ihn bestimmt ist: Arjuna weigert sich, auf das Schlachtfeld zu gehen und zu kämpfen. Krishna erklärt ihm, dass er sein Dharma, seine Pflicht, erfüllen muss. Dass er dabei weder auf Erfolg und Ruhm spekulieren noch sich gegen das Notwendige wehren darf und auch Niederlagen gelassen hinnehmen soll.

Diese Pflichterfüllung sei nichts für Menschen, die zu viel oder zu wenig essen, zu viel oder zu wenig schlafen usw. Krishna beschreibt dabei ausführlich die Gunas und alles, was sie energetisch bestimmen.

Wir sind also den Naturgesetzen unterworfen. Der Sanskrit Begriff „Anna“ bedeutet „Nahrung“ und es heißt in den alten Schriften: Wir entstehen aus Nahrung, wir leben von Nahrung und wir gehen zurück in Nahrung. Das ist unsere Natur. Auf der einen Seite haben wir es also mit der geistigen Ausprägung der Natur zu tun, dies beschreiben Patanjali und die Baghavadgita. Und auf der anderen Seite haben wir den Ayurveda, der sich um die körperliche Seite kümmert, also um unsere Lebensgestaltung, wie Ernährung usw.

Yoga ist dabei zunächst einmal eine körperliche Praxis, der Weg – aber letztendlich ist Yoga das Ziel: Der Zustand der Selbsterfüllung. Und Yoga sagt, der Körper dient nur als Vehikel, um in den Zustand des Yoga zu kommen. Wir gehen in den klaren, transzendierten Geist über den Körper.

 

Evidero: Was sind die Grundlagen für die Nahrung unseres Geistes?

 

Die Nahrung des Geistes kommt bei Patañjali aus Sutra 1.33, dass ist die Sutre, die auch dem Buddhismus zugrunde liegt: Maitri karuna muditopekshanam sukha duhkha punyapunya vishayanam bhavanatash chitta prasadanam: Freundlichkeit, Mitgefühl, Gleichmut, Gelassenheit – daraus erwachsen Qualitäten in uns, die unsere geistige Nahrung sind.

Da würde beispielsweise auch dazu gehören, dass ich mir bewusst werde: Was ist der geistige Zustand, mit dem ich mich schlafen lege? Was kann ich dafür tun, um gut zu schlafen? Der ayurvedische Arzt würde ganz klar sagen: Abends keinen Krimi mehr schauen, alles, was den guten Zustand stört, eliminieren.

Und diese Bewusstheit erlange ich über Achtsamkeit, dass ich in jedem Augenblick wahrnehme, was ich jetzt bin und das auch annehmen kann. Da setzt Yoga wieder ein: Yoga ist ursprünglich vor allem eine Achtsamkeitslehre. Aus dieser Präsenz im gegenwärtigen Augenblick entsteht Weisheit.

 

Evidero: Wo genau liegt die Ergänzung der beiden Systeme Yoga und Ayurveda, und was bringt sie dem Menschen in Bezug auf seine Gesundheit?

 

Ayurveda Ärzte müssen zwei Semester Yoga studieren: Man erwartet dass sie Asana und Pranayama üben und dass sie meditieren, damit sie ihren Patienten Empfehlungen geben können. Die körperliche, geistige und vor allem auch die energetische Arbeit bilden ein Ganzes für die Gesundheit.

Daher ist es auch für Yogalehrer absolut zu empfehlen, ayurvedische Kenntnisse zu haben, um die Energien und Elemente und deren Wirkung in ihren Schülern zu erkennen und die Asana/Pranayama Praxis angleichen zu können und auch Empfehlungen für den Lebenswandel außerhalb der Praxis zu geben: Was sollte ein Schüler mit Schlafstörungen essen und üben? Ich lasse bei meinen Schülern sanft Empfehlungen mit einfließen.

 

Evidero: Sollten Yoga und Ayurveda immer miteinander einhergehend praktiziert werden, um die volle Wirkung zu entfalten?

 

Es ist eine sehr fruchtbare Verbindung, nicht zwingend, doch es wäre wünschenswert, einige Prinzipien aus dem Ayurveda, aus der Elemente-Lehre, zu verstehen und diese in der Yoga Praxis zu nutzen.

 

Evidero: Wie könnte für Sie eine optimale Prävention in der Medizin für die Postmoderne aussehen?

 

Die Verbindung beider Systeme sollte schon ganz früh im Kindergarten an Kinder weitergegeben werden: Das Prinzip der Achtsamkeit sollte ganz früh gelehrt werden, am besten wäre auch eine Achtsamkeitsschule für Eltern. Dazu auch die wesentlichen Ernährungsprinzipien: Regional, frisch, saisonal, möglichst naturbelassen…

 

Evidero: Wenn Sie uns einen Weg für eine lange Gesunderhaltung unseres Körpers und unseres Geistes empfehlen, wie könnte der aussehen?

 

Achtsamkeit.

 

Evidero: Wir danken Ihnen für das Gespräch!

 

Mehr über Rita Keller und den European World Ayurveda Congress erfährst du hier: http://www.ayurvedacongress.eu/eintrag/yoga-mit-rita-keller/

 

Expertin: Rita Keller
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Rita Keller ist Iyengar-Yoga Lehrerin und ausgebildete Heilpraktikerin. Sie lernte von B.K.S. Iyengar persönlich und führt die Iyengar-Yoga-Akademie Rhein-Ahr gGmbH...
 

Interview mit evidero / web: www.evidero.de
http://www.evidero.de/ayurveda-und-yoga-gute-kombination

Annette Coumont
Leitung Redaktion & Kooperationen
evidero GmbH
Lütticher Straße 10
50672 Köln

Buchempfehlung:
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Yoga & Faszien

Dr. Robert Schleip hat am 6. + 7. Mai 2016 an der Iyengar Yoga Akademie Rhein-Ahr in Köln ein Seminar über „Yoga und Faszien“ unterrichtet.

Daraus fasst Rita Keller zusammen:

„Faszien“ sind das muskuläre Bindegewebe das oft weißlich, faserig aussieht. Die Osteopathie, die schon früher oft von „Verklebungen“ der Faszien gesprochen hat, geht davon aus, das Faszien/das Bindegewebe ein Sinnesorgan ist. Und dass sie wie das Gehirn Eindrücke wie Schmerz, beängstigende Erlebnisse, Traumata speichern. Dr. Robert Schleip erklärt, als Ergebnis seiner Forschungsarbeit über Faszien/Bindegewebe, dass die Faszien die wichtige Funktion der Kraftübertragung übernehmen. Und dass sie unser wichtigstes Sinnesorgan für die koordinierte Körperwahrnehmung sind. Wenn Faszien verkleben, verfilzen oder verbacken, sind Bewegungen eingeschränkt und können demzufolge auch Schmerzen verursachen. Mit Yoga und hier insbesondere durch die Achtsamkeit in der Körperarbeit mit Asana und Pranayama halten wir die Faszien gesund und sind in der Lage Verbindungen im Sinne von „myofaszialen Ketten“ herzustellen. (siehe Dr. Robert Schleip). Für diejenigen die dazu aktiv nicht in der Lage sind hat  BKS Iyengar schon sehr früh Props/Yogahilfsmittel entwickelt, die entsprechend im therapeutischen Ansatz des Iyengar Yoga eingesetzt werden. Aber es gibt nun auch „Profi“Ausführungen wie die Blackroll – Artikel, die ich an dieser Stelle nur empfehlen kann.

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Übungen von Peter Gärtner
Samyama - Zentrum für Yoga & Ayurveda in Essen

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